Warenhaus

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Wa|ren|haus ['va:rənhau̮s], das; -es, Warenhäuser ['va:rənhɔy̮zɐ]:
Kaufhaus:
ein großes, neues, billiges Warenhaus; in einem Warenhaus einkaufen.

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1 die Kassiererin
2 die elektronische Registrierkasse (Ladenkasse, Tageskasse, Scannerkasse)
3 die Zifferntasten f
4 der Scanner (Lichtstift, Lichtgriffel)
5 der Geldschub (Geldkasten)
6 die Geldfächer n für Hartgeld n und Banknoten f
7 der Kassenzettel (Kassenbon, Bon)
8 die Zahlung (registrierte Summe)
9 die Funktionstasten f
10 die Ware
11 der Lichthof
12 die Herrenartikelabteilung
13 die Schauvitrine (Innenauslage)
14 die Warenausgabe
15 das Warenkörbchen
16 die Kundin (Käuferin)
17 die Strumpfwarenabteilung
18 die Verkäuferin
19 das Preisschild
20 der Handschuhständer
21 der Dufflecoat, ein dreiviertellanger Mantel
22 die Rolltreppe
23 die Leuchtstoffröhre (Leuchtstofflampe)
24 das Büro (z. B. Kreditbüro, Reisebüro, Direktionsbüro)
25 das Werbeplakat
26 die Theater- und Konzertkartenverkaufsstelle (Kartenvorverkaufsstelle)
27 das Regal
28 die Damenkonfektionsabteilung (Abteilung für Damenkleidung)
29 das Konfektionskleid (ugs. Kleid von der Stange)
30 der Staubschutz
31 die Kleiderstange
32 die Ankleidekabine (Ankleidezelle, der Anproberaum)
33 der Spiegel
34 die Modepuppe
35 der Sessel
36 das Modejournal (die Modezeitschrift)
37 der Schneider beim Abstecken n
38 das Metermaß (Bandmaß)
39 die Schneiderkreide
40 der Rocklängenmesser (Rockrunder)
41 der lose Mantel
42 das Verkaufskarree
43 der Warmluftvorhang
44 die Treppe
45 der Personenaufzug (Lift)
46 der Fahrstuhl (die Fahrkabine)
47 die Anzeigepfeile m für die Fahrtrichtung
48 die Steuerung
49 der Stockwerkanzeiger
50 die Schiebetür
51 der Aufzugschacht
52 das Tragseil
53 das Steuerseil
54 die Führungsschiene
55 der Kunde (Käufer)
56 die Wirkwaren pl
57 die Weißwaren pl (Tischwäsche f und Bettwäsche f)
58 das Stofflager (die Stoffabteilung)
59 der Stoffballen (Tuchballen)
60 der Abteilungsleiter (Rayonchef)
61 die Verkaufstheke
62 die Bijouteriewarenabteilung (Galanteriewarenabteilung)
63 die Kundenberaterin
64 der Sondertisch
65 das Plakat mit dem Sonderangebot n
66 die Gardinenabteilung
67 die Rampendekoration

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Wa|ren|haus 〈n. 12uKaufhaus für Waren aller Art im Einzelhandel

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Wa|ren|haus , das:
Kaufhaus:
ein großes, elegantes, billiges W.;
im W. einkaufen.

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Warenhaus,
 
großflächiger Einzelhandelsbetrieb, der in der Regel auf mehreren Etagen breite und überwiegend tiefe Sortimente mehrerer Branchen mit tendenziell hoher Serviceintensität und eher höherem Preisniveau an Standorten in der Innenstadt oder in Einkaufszentren anbietet. Das nach Bedarfsbereichen beziehungsweise Abteilungen strukturierte Warenangebot umfasst überwiegend die Bereiche Bekleidung, Heimtextilien, Sportartikel, Hausrat und technische Konsumgüter, Möbel, Einrichtungsgegenstände, Kosmetik, Drogeriewaren, Schmuck, Unterhaltung sowie oft auch Lebensmittel. Dazu kommen Dienstleistungssortimente der Bereiche Gastronomie, Reisevermittlung und Finanzdienstleistungen. Die Verkaufsmethode reicht von der Fachbedienung (z. B. im Bereich Unterhaltungselektronik) über das Vorwahlsystem (z. B. bei Bekleidung) bis zur reinen Selbstbedienung (z. B. bei Lebensmitteln). Nach der amtlichen Statistik ist eine Verkaufsfläche von mindestens 3 000 m2 erforderlich. Umgangssprachlich wird Warenhaus als Synonym für Kaufhaus verwendet.
 
Seit 1994 werden die meisten deutschen Warenhäuser als Filialbetriebe der Handelskonzerne Karstadt AG und Kaufhof Holding AG (gehört seit 1996 als Kaufhof-Gruppe zur Metro AG) geführt. Diese zwei Unternehmen führten 1997 insgesamt 346 Verkaufsstellen mit einer Verkaufsfläche von 3,53 Mio. m2 und erzielten einen Umsatz von 24,7 Mrd. DM, was einem Marktanteil von 2,5 % am gesamten Einzelhandelsumsatz entsprach.
 
 
Warenhäuser entstanden zuerst in Frankreich, Großbritannien und den USA; ihr Sortiment war zunächst besonders auf Kurzwaren und Textilien beschränkt. In den USA wurden u. a. gegründet: »Lord and Taylor«, um 1826; »Jordan Marsh«, 1841; »Lazarus«, 1850; »Mandel«, 1855; »Macy's«, 1858; »Wanamaker«, 1861. Nach Pariser Vorbild (»Au Bon Marché«, 1852; »Grands Magasins du Louvre«, 1855; »Printemps«, 1865) wurden bald weitere Waren- und Artikelgruppen aufgenommen. In London wurde 1863 das Warenhaus »Whyteley« gegründet, in Moskau 1889-93 das »GUM« erbaut. Ein Weltunternehmen entwickelte sich aus dem amerikanischen Einheitspreiswarenhaus von Frank W. Woolworth (* 1852, ✝ 1919). Die ersten Warenhäuser in Deutschland waren das »Warenhaus für Armee und Marine« (seit 1892 Name des Geschäftshauses des 1884 gegründeten Deutschen Offiziersvereins) und das »Warenhaus für deutsche Beamte« (gegründet 1889, beide in Berlin). Auch die Ursprünge der großen deutschen Warenhausunternehmen liegen in dieser Zeit. So gründete 1879 Leonhard Tietz (* 1849, ✝ 1914) in Stralsund ein Ladengeschäft, aus dem sich die Kaufhof AG entwickelte. Sein Bruder Oscar Tietz (* 1858, ✝ 1923) eröffnete 1882 in Gera das nach seinem Onkel und Geldgeber benannte Unternehmen »Hermann Tietz & Co.«, die spätere Hertie Waren- und Kaufhaus GmbH. Die Wurzeln der Karstadt AG sind zwei Einzelhandelsgeschäfte, das eine gründete 1881 Rudolph Karstadt (* 1856, ✝ 1944) in Wismar, das andere übernahm 1885 Theodor Althoff (* 1858, ✝ 1931) in Dülmen. Besonders bekannt wurden Berliner Warenhäuser, v. a. das 1896/97 erbaute »Warenhaus Wertheim« von George Wertheim (* 1857, ✝ 1939). Revolutionierende Neuerungen der Warenhäuser zur Zeit ihrer Gründungen waren scharfe Kalkulation, feste Preise mit Preisauszeichnung der Waren, Barzahlung, Geschäftszutritt ohne Kaufzwang sowie Umtauschmöglichkeit gekaufter Waren.
 
 
Als Bauaufgabe löste sich das Warenhaus erst im 19. Jahrhundert aus der Tradition spätmittelalterliche Tuchhallen, Gewand- und Kaufhäuser und der barocken, »Kaufhaus« genannten Mehrzweckbauten. Auch vom Bautyp her lassen sich Kaufhaus und Warenhaus nicht trennen. Die Kaufhallen am Antonsplatz in Dresden (1826) von Anton Ludwig Blassmann (* 1784, ✝ 1843) erfüllten schon weitgehend den Zweck des Warenhauses, folgten aber architektonisch noch Vorbildern des 18. Jahrhunderts. In Paris wurde 1863 »La Belle Jardinière« eröffnet, 1876 folgte »Magasin du Bon-Marché«; sie besaßen bereits einen glasüberdeckten Lichthof, der später mit umlaufenden Galerien in mehreren Geschossen und monumentalen Treppen charakteristisch für das Warenhaus wurde. Die Anwendung moderner Eisenkonstruktionen zeichnet besonders die französischen Warenhäuser des 19. Jahrhunderts aus. Weitere oft technisch-funktional wie städtebaulich hervorragende Warenhäuser entwarfen A. Messel (in Berlin, 1896/97), L. H. Sullivan (in Chicago, Illinois, 1899-1903/04), J. M. Olbrich (in Düsseldorf, 1907-09), E. Mendelsohn (in Stuttgart, 1926-28, 1960 abgerissen.
 
 
K. Strohmeyer: Warenhäuser. Gesch., Blüte u. Untergang im Warenmeer (1980);
 L. Berekoven: Erfolgreiches Einzelhandelsmarketing (21995);
 C. Schramm: Dt. W.-Bauten (1995);
 J. Schwarz: Architektur u. Kommerz (1995);
 K. Barth: Betriebswirtschaftslehre des Handels (31996, Nachdr. 1997);
 
Architektur für den Handel, Beitrr. v. W. Hocquél u. a. (Basel 1996);
 H. Frei: Tempel der Kauflust. Eine Gesch. der W.-Kultur (1997);
 F. H. Köhler: Zur Gesch. der Warenhäuser (1997).

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Wa|ren|haus, das: Kaufhaus: ein großes, elegantes, billiges W.; der erbitterte Kampf der Einzelhändler gegen die Warenhäuser (Fraenkel, Staat 199); im W. einkaufen.

Universal-Lexikon. 2012.

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